Über die Schulter geschaut. Was macht eigentlich eine Texilrestauratorin?

Die Erhaltung historischer Textilien im Blickfeld

Die erste Netzwerkveranstaltung in diesem Jahr fand am

Freitag 08.03.2013 in Winterthur statt.

Wir haben einer Kollegin bei der Arbeit über die Schulter geschaut. Die Dipl.-Restauratorin (FH) Karin von Lerber ist seit 1991 als Textilkonservatorin-Restauratorin freischaffend tätig. Ihr Atelier Prevart ist so flexibel und multifunktional eingerichtet, dass sie die üblichen Analysen und Bearbeitungsmethoden in den eigenen Räumlichkeiten durchführen kann. Für weitergehende Untersuchungen und grössere oder interdisziplinäre Projekte arbeiten sie und ihr Team auch mit anderen Wissenschaftlern und  Kolleginnen/Kollegen zusammen. Zum Prevart-Team zählen derzeit in der Textilkonservierung die Vorpraktikantin Rahel Vetter und auf der Museumsberatungsseite Joachim Huber (Dr. Phil. Kunsthistoriker).

Fragen über Fragen zu einem Fachgebiet der Restaurierung, das für viele nicht alltäglich ist:

  •     was tut eigentlich eine Textilkonservatorin-Restauratorin so alles?
  •     an welchen Objekt-Arten arbeitet sie?
  •     wie können Textilien gesichert werden?
  •     kann man textile Fehlstellen „retouchieren“? Können textile Wandbespannungen überhaupt in situ erhalten werden?
  •     wie reinigt man alte Textilien?

Antworten auf diese und vielen anderen Fragen gab uns Karin von Lerber und ihr Team an den Objekten, die sie derzeit bearbeitet.

Wir konnten eine für uns alle ungewöhnliche Strohsticker und viele Strohhüte, frisch montiert für die neue Ausstellung des Strohmuseums Wohlen sehen. Eine Seidenfahne mit einem komplizierten Schadensbild und eine Marienstatue unbekannter Herkunft mit einem ebensolchen Kleid. Zudem hat Karin von Lerber anhand von Bildern aufgezeigt, was sie mit einem internationalen Forscherteam im Dezember und Januar über eine Wandbespannung von 1893 herausgefunden hat.

Zum Abschluss der sehr interessanten Einführungen in das Fachgebiet der Textilrestaurierung hat Karin uns mit Kaffe und Kuchen (selbstgebacken!!) bewirtet. Wir bedanken uns für den gelungenen und informativen Nachmittag.